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Dienstag, 07 Februar 2012
 
 
19.04.2005, Katharina Schmidt-Loske, "Maria Sibylle Merian (1647-1717) - Das Wunder der Metamorphose PDF Drucken E-Mail

Frau Katharina Schmidt - Loske stellte in einem mit großer Anschaulichkeit und wissenschaftlicher Tiefe vorgestelltem Vortrag über das Leben der Maria Sibylla Merian (1647-1717) unter dem Thema „Das Wunder der Metamorphose“ die höchst eindrucksvolle Vita einer Frau des 18.Jahrhunderts vor, die zu Recht bis heute eine öffentliche und wissenschaftliche Wahrnehmung als Künstlerin und Naturforscherin genießt.

Vor dem Hintergrund ihrer soeben abgeschlossenen Dissertation ging Frau Schmidt - Loske der Frage nach, wie das Werk der Merian aus naturwissenschaftlicher Sicht zu bewerten ist. Um Merians Werk gerecht zu werden, ist auch die Frage zu klären, was der Wissensstand ihrer Zeit war und welchen Wissensstand sie selbst – die keine Gelehrte war – hatte.
Die Künstlerin unternahm zwischen 1699 und 1701 eine bemerkenswerte Exkursion in die Kolonie Holländisch Guayana.

An eingängigen Beispielen, einer Vogelspinne, einem Skorpion, dem Laternenträger, der Zwergbeutelratte u. a. wurde deutlich, wie die Naturwissenschaften in der Zeit vor Linne´ bemüht war, die Natur zu dokumentieren und zu erklären.
Zusammenfassend zur herausragenden Persönlichkeit dieser Frau soll das Resumme´ aus der Dissertation wiedergegeben werden:
„Ihre Aufzeichnungen und Publikationen haben einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Metamorphose bei Insekten geliefert. Ihre Zeichnungen im „Raupenbuch“ stellen eine für die Zeit noch keineswegs verbreitete Form der Verbindung von Pflanze und Insektenentwicklung dar, weshalb ihr durchaus ein „ganzheitliches", in Ansätzen sogar ökologisches Naturverständnis attestiert werden kann. Ihre wagemutige Reise nach Surinam unterstreicht überdies, dass sie eine bemerkenswerte Persönlichkeit war, die der Schmetterlingsforschung wegen außergewöhnliche Mühen auf sich nahm und ungeheuer produktiv war. Ihre stets um Ästhetik bemühten Darstellungen haben zweifellos andere Menschen dazu bewogen, sich dem Studium der Entomologie zuzuwenden. Die Merian war Künstlerin, Handwerkerin und Naturforscherin in einem, wobei die religiöse Motivation sicher eine starke Antriebsfeder war. Ihr Werk kann deshalb mit gutem Recht als sehr bedeutender Beitrag zur Entomologie gelten.“

Bericht von: Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 13 Januar 2008 )
 
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