| 15.03.2005, Atakan Sever, Welke´s MegaPet, Köln, "Aus der Praxis der Meerwasseraquaristik." |
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Atakan Sever hat uns im letzten Jahr schon einmal einen einführenden Vortrag zum Einstieg in die Meerwasseraquaristik gegeben. Schon damals hat sein Vortrag Lust auf Meerwasseraquaristik gemacht. Er beschrieb nun nochmals, dass für den Beginn nicht unbedingt das volle Technikprogramm angeschafft werden muss. Wichtig ist nach heutigem Kenntnisstand, dass zur Herstellung des biologischen Gleichgewichtes Lebendgestein eingebracht wird, in einer Menge von ca. 10 kg / 100 l. In diesem Lebendgestein finden die Oxidations- und Reduktionsprozesse statt. Es wird ein Eiweißabschäumer und Strömungspumpen (Leistung ca. 10 malige Umwälzung / h) benötigt. Für die Beleuchtung benutzt man heute oft Kombinationen aus HQI und Leuchtstoffröhren. Abhängig von der Beckengröße werden auch T5 - Leuchten benutzt. Bei Kombinationsbeleuchtungen brennt die HQI ca. 8 Stunden, mit den Leuchtstoffröhren wird der Sonnenauf- und Untergang simmuliert. Stimmungsvolle Zusatzbeleuchtungen können später dazu installiert werden, mit denen eine Dämmerbeleuchtung (Mondlicht) erzeugt wird. Der Pflegeaufwand eines Meerwasseraquariums ist gemäß des Referenten recht gering, wobei die von ihm benannte Zeit von 2 Stunden im Monat notwendig ist. Der Eiweißabschäumer muß 2 mal in der Woche gereinigt werden. Auch wenn diese Arbeit schnell erledigt ist, sie muss regelmäßig getan werden. Es ist ein monatlicher 5-10 % ger Wasserwechsel erforderlich. Das Wasser wird aus entsalztem Wasser mit ca. 1 kg Meersalz in 30 Liter Wasser hergestellt. Verdunstendes Wasser wird mit entsalztem Wasser aufgefüllt, damit der Salzgehalt nicht mit der Zeit ansteigt. Die Fische und einige der niederen Tiere müssen täglich gefüttert werden. Dem fortgeschrittenen Aquarianer steht heute jegliche Technik zur Verfügung, die es ermöglicht ein Meerwasseraquarium fast vollständig zu automatisieren. Ihm stehen Osmoseanlagen, Kalkreaktoren, Meßtechnik und elektronische Steuerung zur Verfügung bis hin zur Fernüberwachung der Meßwerte. Für die täglichen Kontrollen darf der Pfleger sich ruhig mehr Zeit lassen und die wundervolle Unterwasserwelt beobachten. Muscheln haben im Meerwasseraquarium erstaunliche Zuwachsraten. Der Besatz des Beckens mit niederen Tieren, wie Scheibenanemonen, Krustenanemonen und später auch Steinkorallen will gut überlegt sein. Es gibt durchaus genügend Arten, die einfach zu pflegen sind und zum Teil aus der nachhaltigen Zucht anderer Aquarianer stammen. Es war interessant zu hören, welche Wechselwirkungen die verschiedenen Tiere aufeinander haben können und mit welchen Schutz- und Verdrängungsmechanismen sie ihren Lebensraum im Aquarium sichern. Der gezielte Einsatz von Fischen kann dem Aquarianer auch sehr nützlich sein. So können Algen gezielt bekämpft werden und sogar gegen Glasrosen werden Fische eingesetzt. Wenn der Meerwasseranfänger einfach zu pflegende niedere Tiere und Fische einsetzt, lassen sich abwechslungsreiche Aquarien zusammenstellen und interessante biologische Zusammenhänge studieren. Der Vortrag von Atakan Sever war wieder einmal ein spannender Einblick in die Meerwasseraquaristik. |
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| Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 13 Januar 2008 ) |
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