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Dienstag, 07 Februar 2012
 
 
18.04.2006, Heinz Morche, Bonn, "Südamerikanische Buntbarsche im Biotop und Aquarium." PDF Drucken E-Mail
 


Unter den geschätzten 5000 Fischarten Süd-Amerikas gibt es ca. 350 – 400 Cichlidenarten  Zu den bekanntesten Vertretern aus der Familie der Buntbarsche gehören sicherlich die prächtigen Diskus und Skalare. Ein systematisches Merkmal der Cichliden ist die komplizierte Schlundkieferbezahnung, die es den Buntbarschen ermöglicht, eigentlich alles zu fressen.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom 26. bis zum 37. Breitengrad.

Interessant war auch der Exkurs in die Entstehungsgeschichte Amazoniens. Der begründete, wieso man in diesem Gebiet eine Fischfauna vorfindet, die marinen Ursprungs ist, wie zum Beispiel Rochen, Delphine und Kugelfische.

Heinz Morche zeigte uns Biotopaufnahmen, die er während seinen Reisen in Brasilien und Venezuela machte.  Der Vortragende erläuterte die unterschiedlichen Lebensräume der Buntbarsche und stellte auch verschiedene Fangtechniken vor.

Eine Vielzahl der Fische hat er auch in seinen Aquarien gepflegt und zum Großteil auch gezüchtet. So zum Beispiel Heros sp. „Guyana“, eine pflanzenfressende, aggressive  Heros Art, die in seinem Aquarium an Wurzeln ablaichte. Mesonauta egregius vermehrte sich so zahlreich, daß deren Jungfische an der Epidermis des Weibchens fraßen, was ein Absondern der Jungtiere nötig machte.
Aus der Gruppe der Crenicichla stellte er verschiedene Arten vor. Von den 40 cm groß werdenden Crenicichla Xingu eins, über C. urosema, und C. regani  aus dem Rio Tapajos, bis hin zu dem mit 5 cm kleinsten Vertreter der Gattung, Crenicichla sp. Rio Cumina. Selbst die kleinen Crenicichla aus dem Rio Cumina sind untereinander echte Rabauken.

Um bei der Zucht  der Cumina crenis das Weibchen vor den Nachstellungen des Männchens zu entlasten, setzte der Referent Rivulus harteii als Feindfische hinzu. Die Zucht von C. regani aus dem Rio Tapajos gelang in handelsüblichen Welshöhlen.

Die artgerechte Wassertemperatur, der Leitwert und der pH-Wert sind wohl entscheidende Faktoren für die erfolgreiche Nachzucht.

Einige Geophagus Arten und deren vielseitiges Brutpflegeverhalten wurden kurz vorgestellt.
Ovophile und larvophile Maulbrüter, die ihre Nachkommen als Elterfamilien oder Vater-Mutterfamilie aufziehen sind in dieser Gattungsgruppe häufig anzutreffen. Die Nachzucht des ovophilen Maulbrüters Geophagus altfrons aus dem Rio Paru wurde näher erläutert.
Ihre ganze  Farbenpracht zeigen die Geophaginen im Alter von 2 bis 3 Jahren.

Ein besonders schöner Erdfresser ist Acarichtys heckelii, der  eigene Bruthöhlen gräbt.
Deshalb sollte man sich am besten nur auf Schwimmpflanzen beschränken. Viele zum Teil neue Geophagus, Retrocolus, Teleocichla, Crenicichla und Loricaiden sind in den letzten Jahren aus den Bereichen der Stromschnellen  eingeführt worden. Bei Tieren aus diesem Lebensraum sollte dem Sauerstoffgehalt des Aquarienwassers besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Trotzdem findet man auch in Restwassertümpeln reophil lebende (strömungsliebende) Buntbarsche, wie z.B.Teleocichla. Eine noch unbeschriebene Teleocichla Art aus dem Rio Paru zeigt im Aquarium ein besonderes Brutpflegeverhalten: Nach dem Ablaichen in einer selbst gegrabenen Grube unter einem Stein verschließt das Weibchen von innen die Höhle mit Sand, um Tage später mit frisch geschlüpften Jungfischen zu erscheinen.


Wir danken Heinz Morche für seinen hervorragenden, weite Bereiche der Aquaristik berührenden und mit vielen wertvollen Informationen zu den Cichliden gespickten Vortrag.

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 13 Januar 2008 )
 
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