Biologische Gesellschaft der Aquarien- und Terrarienfreunde Bonn gegr. 1956 e.V.  
Home arrow Veranstaltungsberichte arrow Veranstaltungshistorie - 2006 arrow 19.09.2006, Rainer Sonnenberg "Aphyosemion und andere kleine Fische-In den Regenwäldern von Kamerun"
Dienstag, 07 Februar 2012
 
 
19.09.2006, Rainer Sonnenberg "Aphyosemion und andere kleine Fische-In den Regenwäldern von Kamerun" PDF Drucken E-Mail
 

In Gabun und Kamerun kommen Killifische in  einer sehr hohen Artenvielfalt und Populationsdichte vor. In Kamerun sind auf einer Fläche von 465000 km² 489 Fischarten und 76 Killifische, in
Gabun sind auf einer Fläche von 257.000 km² 236 Fischarten und 60 Killifische bekannt.
Die Verbreitung wurde anhand von Kartenmaterial mit der Darstellung der Fundorte z.B. von Callopanchax, Epiplatys, Fundolopanchax und Notobranchius-Arten aufgezeigt.

Aplocheiliden sind meist an den Regenwald gebunden und bevorzugen kleine Bäche und Tümpel , die in den Sommermonaten zum Teil auch austrocknen. Die Biotope sind dadurch stärker von einander getrennt, als wir dies vergleichsweise von anderen in Flusssystemen lebenden Fischen kennen. Die Fische zeigen schon aufgrund dieser Voraussetzungen eine starke Variabilität in Form und Färbung.
Erforscht werden z.Z. die Ausbreitungszenarien durch DNA - Sequention und – Berechnung. Verschiedene Hypothesen über Artbildungsmechanismen werden anhand der Ergebnisse überprüft. Artzuordnungen, die morphologisch schwierig sind, konnten durch molekulargenetische  Methoden geklärt werden.

Aus den DNA-Analysen hat Herr Sonnenberg die Zuordnung lokaler Gruppen und die verwandschaftlichen Beziehungen der Arten untereinander entwickelt und dies anhand von Stammbäume graphisch dargestellt. Er gliedert z.B. Aphyosemion aus Kamerun in mehrere Gruppen. Als Beispiel zeigte er auf, dass er  Aphyosemion calliurum in drei Gruppen, Aphyosemion franzwerneri in drei Gruppen, auch Aphyosemion ahli in diverse Gruppen  gliedert.

Aus den Analysen geht auch hervor, dass durch mehrfachen Kontakt zwischen Arten diese zum Teil 7-8 mal hybridisierten. Auch sind die Wanderbewegungen der Arten über längere Zeiträume nicht immer nur in einer Richtung erfolgt. Es konnte im gleichen Gebiet nachgewiesen werden, dass sich die eine Art von Norden nach Süden weiterentwickelte, eine andere Art jedoch in entgegengesetzter Richtung.
Am Rande seines Vortrages berichtete Herr Sonnenberg, dass die Nahrung der Kilifische bis zu 80-90% aus Ameisen besteht und erläuterte, dass annuelle Arten aus dem Regenwald durchaus bis zu 3 Jahre alt werden können, Notobranchius-Arten dagegen  schnell altern und schon nach 3 Monaten vergreisen können. Zum Schluß gab er noch einige Hinweise zur Hälterung, zur Temperatur, Wasserqualität und zum Laichverhalten. Grundsätzlich ist es erforderlich, dass der Sauerstoffgehalt des Wassers sehr hoch ist. Die Einrichtung des Aquariums mit weißem Sand und hereinhängendem Bewuchs kommt den Tieren sehr entgegen.

Die Begeisterung für die Artengruppe teilen wir nun schon seit einigen Jahren mit dem Vortragenden und es war wieder einmal sehr interessant, aus erster Hand so detailierte Informationen über die neuesten Forschungsergebnisse zu erhalten.

Wir danken Herrn Sonnenberg für den sehr informativen Vortrag.

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 13 Januar 2008 )
 
< zurück   weiter >
 
Top! Top!