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Dienstag, 07 Februar 2012
 
 
19.10.2004. Dr. Jörn Köhler, ZFMK, "Warum Frösche quaken und sich dennoch nicht verstehen." PDF Drucken E-Mail

Die taxonomische Bedeutung von Froschrufen

Für den 19. Oktober hatten wir Herrn Dr. Jörn Köhler vom Zoologisches Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig, ZFMK Bonn, mit seinem Vortrag über „Bioakustik bei Froschlurchen“ gewinnen können.

Sozusagen als Einführung berichtete er, daß seit der ersten Beschreibung eines Lurchs im Jahre 1758 bis heute etwa 5.100 Frösche (Anuren) beschrieben wurden, und die Kurve der jährlichen Neubeschreibungen stetig gestiegen ist und weiter steigen wird. Am artenreichsten sind die Regenwälder des Amazonas-Beckens und Westafrikas.

Leider erfuhren wir auch, daß in allerjüngster Zeit (seit 1980) mindestens 35 Arten definitiv ausgestorben und weitere 113 Arten verschollen sind. Aktuell ist durch Umwelteinflüsse und direkte Biotopveränderungen etwa 1/3 der rezenten Arten mehr oder weniger stark gefährdet.

Nachdem der Referent uns dann noch in eindrucksvollen Bildern diverse Anurenarten vorgestellt hatte,  kamen wir zum eigentlichen Thema des Abends, nämlich, warum Frösche überhaupt akustische Kommunikation betreiben. Er erläuterte uns die Begriffe Paarungs-, Agressions- und Abwehrruf und erklärte uns die wissenschaftliche Arbeit mit Spektogramm und Oszillogramm zur Unterscheidung der Lautäußerungen der unterschiedlichen Arten, wobei hervorzuheben ist, daß in vielen Fällen syntop lebende Arten, die sich morphologisch nicht oder nur schwer unterscheiden, allein durch die unterschiedliche Strukturierung und Frequenz ihrer Rufe zuordnen lassen.

Interessant und lustig anzuschauen waren Arten, die zusätzlich zur akustischen Verständigung eine optische Kommunikation kennen, nämlich dann, wenn in ihren Lebensräumen bespielsweise durch stark rauschende Bäche oder Wasserfälle (Geräuschentwicklung) dies erforderlich sein kann. Diese Frösche winken beispielsweise mit ihren (auffällig) gefärbten Hinterbeinen oder machen durch „tanzende“ Bewegungen auf sich aufmerksam.

Wir danken Herrn Dr. Köhler an dieser Stelle nochmals für seine ausführlichen Informationen.

Bericht von Mathias Kneller

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 13 Januar 2008 )
 
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